Wenn Sie im Rahmen der Hochschullehre Ihren Studierenden Lehrmaterialien (wissenschaftliche Texte, Lehrvideos, Bilder, Tonaufnahmen usw.) digital  zur Verfügung stellen wollen, stellen sich viele Fragen, die das Urheberrecht betreffen. Das Urheberrecht für die Lehre gewährt besondere Rechte bei der Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material formuliert hierfür aber auch entsprechende Voraussetzungen und Einschränkungen. Diese Regelungen sind aber im Gesetz nicht immer trennscharf definiert und unterliegen der Auslegung. Bei der Anwendung bleiben so immer wieder Unsicherheiten.

Die Schranke des § 52a UrhG erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen die elektronische Zurverfügungstellung fremden urheberrechtlichen Materials an Hochschulen - über elektronische Semesterapparate, Lernlattformen usw.

Vom Urheberrecht geschützt sind Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst (§1 UrhG), dabei ist aber zu beachten, dass nur die konkrete Ausdrucksform geschützt ist, nicht der Inhalt und die Idee an sich. Zum Beispiel sind damit bei Lehrmaterial der Stil, die Methode und die Beispiele gemeint. Geschützt ist die persönliche geistige Schöpfung (§2 Abs.2 UrhG). Bei Texten kann dies nicht immer so eindeutig sein, aber bei Fotos und Filmen, liegt immer eine persönliche geistige Schöpfung vor, egal wie banal diese sind.

Das Urheberrecht wird durch verschiedene Regelungen beschränkt und lässt damit in bestimmten Kontexten eine Nutzung geschützter Werke zu. Dafür ist allerdings ein enges Regelwerk einzuhalten.

Für die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Inhalten in der Lehre existieren 3 Möglichkeiten:

  • Es liegt eine Genehmigung des Urhebers vor, die Materialien zu nutzen. Wichtig ist, dass die Genehmigung Art und Umfang der Nutzung vollständig abdeckt.
  • Ausnahmen für die Verwendung in der Lehre nach § 52 a UrhG
  • Zitatrecht nach § 51 UrhG

Gesetzestext online (UrhG)



Wichtig
Liegen die erwähnten Ausnahmen vom Urheberrechtsschutz - also der Zugriff nur für einen bestimmten abgrenzbaren Personenkreis i.S.d. § 52a Abs. 1 Nr. 1 UrhG, eine Einwilligung des Urhebers oder aber das Unterfallen unter das Zitatrecht des § 51 UrhG - nicht vor, ist eine Veröffentlichung von Materialien, die urheberrechtlich geschützt sind oder urheberrechtlich geschützte Teile enthalten, rechtlich gesehen unzulässig.

Dies gilt auch für Filmaufnahmen, die urheberrechtlich geschützte Materialien zeigen und solche enthalten z.B. Aufzeichnungen von Vorträgen, die solches Material enthalten.

Konsequenz hieraus ist, dass die Schöpfer der Werke, wenn sie hierauf aufmerksam werden, Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung und/oder Schadensersatz geltend machen können. Aus diesem Grund ist aus rechtlicher Sicht von einer solchen Veröffentlichung abzuraten.

Die Hinweise stellen keine verbindliche Rechtsauskunft dar und sind in keiner Weise vollständig. Bei Fragen zu rechtlichen Aspekten des E-Learnings wenden Sie sich bitte an den E-Learning-Service Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, der die Anfragen gebündelt in das Informations- und Schulungsangebot rückkoppelt und bei Bedarf die Rechtsstelle der Universität und die SuUB beteiligt.