• Was sind eigentlich Schriftwerke?
    Schriftwerke sind äußerlich erkennbar gemachte Gedankenausdrücke durch Zeichen (z.B. Abhandlungen wissenschaftlichen, politischen oder religiösen Inhalts, Zeitschriftenaufsätze und Zeitungsartikel, Resolutionen, belehrende und unterhaltende Literatur, Listen sowie sämtliche Sprachsymbole mit einem gedanklichen Inhalt).
  • Sind meine eigenen Präsentationsfolien von den Änderungen zum Jahreswechsel betroffen?
    Nein, Textzitate in Folien werden über das Zitationsrecht weiterhin möglich sein. Ebenfalls weiterhin zulässig - unter den Bedingungen des § 52a UrhG - ist die Verwendung von Abbildungen, Bildern, Grafiken, Ton- und Filmausschnitten, da diese nicht über die VG Wort abgegolten werden.
  • Muss ich jetzt alle Abbildungen aus meine Präsentationsfolien entfernen?
    Nein, grundsätzlich sind Bilder aus Büchern, Fachzeitschriften etc. nicht VG-Wort-meldepflichtig, sondern werden wie alle anderen Werkarten über den Gesamtvertrag der Länder vergütet. Das bedeutet, dass Abbildungen auch weiterhin im Rahmen der Lehre unter § 52a UrhG verwendet werden können. Dies betrifft sowohl die Bereitstellung im Lernmanagementsystem wie auch das Präsentieren im Hörsaal. Erlaubt ist aber nur die Verwendung der Abbildung mit Quellenangabe (inkl. Titel der Abbildung). Es darf kein zusätzlicher beschreibender Text mit kopiert werden, da es dann wieder zu einem Schriftwerk wird.
    Es besteht also kein Grund alle Abbildungen aus Ihren Präsentationen herauszunehmen, auch wenn diese aus Publikationen oder Fachbüchern stammen und Sie die Präsentation in Stud.IP Ihren Studierenden bereitstellen. §52a Urhebergesetz gilt hierfür weiterhin.
    Die üblichen Bedingungen für die Verwendung §52a UrhG müssen natürlich nach wie vor eingehalten werden (z.B. geschlossene Veranstaltung, Quellenangabe, dient der Lehre etc.).
  • Kann ich Abbildungen Dritter auch in einer öffentlichen Präsentation verwenden?
    Die Möglichkeiten des §52a für die Lehre und Forschung kommen hierbei nicht in Frage. Diese setzen unter anderem eine abgeschlossene Gruppe von Lernenden vorraus. Es gibt mit dem Zitatrecht aber eine weitere Möglichkeit, die Sie prüfen sollten.
    Sollen Abbildungen im Rahmen von Skripten/Präsentationen auch außerhalb von Stud.IP oder in öffentlichen Vorträgen verwendet werden, dann müsste sich der jeweilige Autor auf das Zitatrecht (Bildzitat = Großzitat) berufen können.
    Das trifft analog auch auf wissenschaftliche Textzitate zu. Diese fallen auch nicht unter §52a UrhG und fallen damit auch nicht unter die geänderten Regelungen.
  • Wann darf ich eine Abbildung zitieren?
    Sollten Abbildungen im Rahmen von Skripten/Präsentationen unabhängig vom §52a UrhG verwendet werden, dann müsste sich der jeweilige Autor auf das Zitatrecht (Bildzitat = Großzitat) berufen können. Hierbei gibt es folgendes zu beachten:
    Verlassen Sie sich in der Verwendung von Bildern - außerhalb von StudIP - nur in Ausnahmefällen auf die Zitierfreiheit!
    So prüfen Sie ob das Bild zitiert werden darf:
      1. Dient das Bildzitat der Erläuterung des Inhalts meines eigenen Werkes (hier Vorlesung/Veranstaltung) und findet dabei eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bild statt?
      2. Ist exakt dieses Bild notwendig, um den Zitatzweck zu erfüllen? (Beliebigkeit)
      3. Bleibt meine durch das Bild ergänzte Aussage bestehen, auch wenn ich das Bildzitat weglasse?
    Nur wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten können, sind Sie berechtigt, das entsprechende Bild zu zitieren. Falls nicht oder im Zweifel: Holen Sie bitte die notwendigen Nutzungsrechte beim Rechteinhaber (meist Verlag) ein, ggf. durch Kauf einer Lizenz. Das trifft analog auch auf wissenschaftliche Textzitate zu. Diese fallen auch nicht unter § 52a UrhG und fallen damit auch nicht unter die geänderten Regelungen.
  • Darf ich meinen Studierenden analoge Kopien in der Lehrveranstaltung zur Verfügung stellen?
    Nein. Das Verteilen von Klassensätzen analoger Kopien ist an Hochschulen nicht erlaubt. § 53 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 UrhG erlaubt es nur allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, Vervielfältigungsstücke von kleinen Teilen eines Werkes, von Werken von geringem Umfang oder von einzelnen Beiträgen aus Zeitungen oder Zeitschriften herzustellen und zu verteilen. Für Hochschulen gilt diese Erlaubnis nicht.
  • Darf ich meinen Studierenden (analoge) Kopiervorlagen bzw. aus Kopien zusammengestellte Reader zur Verfügung stellen?
    Nein.
    Das Weitergeben von Kopien ist nur im Familienkreis und unter Freunden erlaubt (§ 53 Abs. 1 UrhG). Wurden die Kopien für den eigenen wissenschaftlichen Gebrauch angefertigt (§ 53 Abs. 2 UrhG) kommt allenfalls die Weitergabe an Kollegen im gleichen Fachbereich, Institut oder in der Forschungsgruppe in Betracht. Die Weitergabe von Kopien oder gar Kopiervorlagen von Lehrenden and Studierende ist nicht erlaubt. Hochschullehrende dürfen insoweit im Rahmen des Unterrichts keine Papierkopien für Studierende anfertigen/ausgeben.
    Ausnahme: Vervielfältigungen zum Prüfungsgebrauch dürfen dagegen auch Hochschulen sowie andere staatliche Stellen vornehmen, die staatliche Prüfungen abnehmen (§ 53 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 UrhG). Die Änderungen betreffen nur digitale Dokumente und nicht die analogen Semesterapparate der SuUB.

  • Gilt die neue Regelung auch für das Bereitstellen von Texten in Arbeits- oder Forschungsgruppen?
    Ja. Die neue Vergütungsregelung und damit die Nicht-Anwendbarkeit des § 52a UrhG gilt neben der Bereitstellung für Unterrichtszwecke auch für die wissenschaftliche Forschung.
  • Fallen ausländische Publikationen auch unter § 52 a?
    Die VG Wort hat Gegenseitigkeitsverträge mit ausländischen Verwertungsgesellschaften und führt eine bestimmte Menge Geld an diese ab. Insofern dürfen Sie auch ausländische Texte nicht mehr bereitstellen.

Diese FAQ sind zusammengestellt aus den FAQ der E-Learning Abteilungen verschiedener Hochschulen (u.a. Göttingen, Osnabrück, Halle) die nach und nach ergänzt werden. Vielen Dank an die dortigen Kolleg*innen.

Disclaimer: Die Hinweise stellen keine verbindliche Rechtsauskunft dar und sind in keiner Weise vollständig. Bei Fragen zu rechtlichen Aspekten des E-Learnings wenden Sie sich bitte an den E-Learning-Service Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, der die Anfragen gebündelt in das Informations- und Schulungsangebot rückkoppelt und bei Bedarf die Rechtsstelle der Universität und die SuUB beteiligt.